Deutschland vs. Dänemark 2:1(1:1)

(Arena Lviv, 32990 Zuschauer)

Tag 3 - Fahrt auf dem Dnepr

Samstag vormittag schmiss mich Willi bereits um 10 Uhr aus dem Federn, da gegen Mittag eine Schiffstour auf dem Dnepr anstand. Diese fing um 12 Uhr an und sollte vier Stunden dauern - viel zu lang wie sich hinterher herausstellte. Es gab so gut wie nix zu sehen da die Bebauung um den Fluss herum zum größten Teil völlig uninteressant war. Deswegen wurde aus der Tour schnell ne Spaßfahrt, auch weil der Kiosk auf dem Schiff frisch gezapftes Bier kredenzte. Am Ende des Ausflugs fuhren die meisten zu einem gemeinsamen Grillen in der Nähe des Hafens, nur Stefan Tivoli und ich schenkten uns das um nochmal ein paar Stunden in die Innenstadt zu gehen. Wir klapperten noch ein paar Sehenswürdigkeiten ab und versuchten u.a. in die Heimstätte von Dynamo Kiev zu kommen. Das hatte allerdings nicht geöffnet und war auch rundherum gut bewacht, so das wir dieses Projekt schnell als Gescheitert erklären mußten. Abends fuhren wir mit der U-Bahn für sagenhafte 20 Cent bis zu unserem Hostel. Wir dachten erst das wir am Fahrkartenautomaten was falsch gemacht haben, aber das ist tatsächlich der Fahrpreis für jede beliebige Fahrt.
Im Hotel zurück trafen wir abends eine Truppe aus Southampton die gerade eine Telefonkonferenz mit Freunden in der Heimat hielten. Sie banden uns ein bischen in die Konferenz mit ein und kamen dann sogar noch Basti's Musikwunsch 'Ten german bombers' nach, ganz großes Kino sag ich euch. Schade das ich die Kamera nicht am Start hatte, sonst hätte ich das Spektakel gefilmt. Am späten Abend sahen wir zum Abschluß des Kiew-Abschnitts in unserer zum Stammlokal mutierten Wahlpinte noch das Griechen-Wunder und gingen anschließend zügig zum Hostel zurück, damit man bis zur morgendlichen Abfahrt nach Lemberg um 6 Uhr noch bischen Schlaf abgreifen konnte.

Tag 4 - Anfahrt Lviv und letztes Gruppenspiel der Deutschen

Nach gut 7 Stunden Fahrt hatten wir die 540 km geschafft und konnten früher als erwartet in unserem Hostel in Lviv einchecken. Das verzögerte sich zwar noch ein bischen, da immer nur drei Besucher gleichzeitig einchecken durften, aber nach knapp einer Stunde waren auch da alle durch. Die Zimmer waren einen Ticken besser als die in Kiew, aber auch nicht überragend. Naja für eine Nacht, who cares...
Nachmittags machten wir uns in die Innenstadt um uns auf das abendliche Spiel einzustimmen. Die Kneipen rund um den Marktplatz waren natürlich rappelvoll mit Dänen und Deutschen. Es blieb auch alles wie erwartet friedlich und freundschaftlich, einfach eine schöne EM-Athmosphäre. Nachdem Basti und ich erstmal in einer Pizzeria ne leckere Pizza Neptun gefuttert und ein paar Biere getrunken hatten, trafen wir uns später noch mit Willi und Stefan in einer Pinte in Hostelnähe. Die beiden hatten bereits mit kräftiger Unterstützung zweier EM-Voluntärinnen, die zu dutzenden in der Innenstadt rumliefen, sich das Essen bestellen lassen. Geschuldet ist dies der Problematik, das in sehr vielen gastronomischen Einrichtungen kein Mitarbeiter über Englischkenntnisse verfügt. Wenn dann die Speisekarte auch nur in der Landessprache verfasst ist, kann man eigentlich wieder gehen...oder man fragt halt die Voluntärinnen wenn grad eine in der Nähe ist. Eine dieser Damen hat sogar mit einem deutschen Jugendlichen spontan Nettigkeiten via Zunge ausgetauscht. Als wir das einer anderen Voluntärin erzählten und fragten ob das zum Standardprogramm gehört, schaute sie etwas verdutzt und sagte lächelnd 'We have to be friendly to the Guests'. So hatte sie sich geschickt aus der Affäre gezogen :)
Gegen 19 Uhr brachen wir wieder auf Richtung Hostel, da von dort aus um 19:30 Abfahrt zum Stadion war. Wir packten am Kiosk noch eine Tüte Bier ein, denn aus Erfahrung wußte man das es um das Stadion herum keine großen Möglichkeiten mehr gab Getränke zu erwerben und wir ja knapp zwei Stunden vor Spielbeginn bereits vor Ort sind. Unser Parkplatz war diesmal direkt am Stadion, so das wir weder vor noch nach dem Spiel großartig laufen mußten. In der Nähe stand auch ein Löschzug der örtlichen Berufsfeuerwehr und ich ließ es mir natürlich nicht nehmen mal ne halbe Stunde mit denen zu schnacken. Leider gab es wie so oft wieder das Kommunikationsproblem, aber unter allen Anwesenden fand sich dann einer der ein paar Brocken Englisch auf die Reihe brachte. Fazit des Gesprächs: Sogar die haben nen reinen 24h Dienst, zum Einsatz kommen sie 4-6 mal im Schnitt pro Schicht, verdienen rund 200 Euro im Monat und gehen nach 25 Jahren Dienst in Pension. Letzteres werd ich mal an unseren Berufsverband als Verbesserungsvorschlag weitergeben :)
45 Minuten vor Spielbeginn machte auch ich mich mal auf ins recht kleine aber schmucke Stadion, welches ein Fassungsvermögen von knapp 34000 Zuschauern hat und natürlich ausverkauft war. Unter den Anwesenden dürften knapp 15000 Zuschauer auf deutscher Seite und knapp 5000 auf dänischer Seite gewesen sein. Ist immer sehr schwer zu schätzen, da sich auch sehr viele Einheimische und Besucher aus anderen Ländern in die Fankurven mischten. Im Block traf ich dann auch noch einige Braunschweiger mehr die auf eigene Faust unterwegs waren, u.a. Robin, Nils und Andi. Das Spiel lebte allein von der Spannung - nachdem die Führung von Holland und den Deutschen aktuell war machte sich kein Mensch Gedanken über ein mögliches Ausscheiden. Allerdings drehte sich das schnell...die Dänen schafften in Hälfte eins noch den Ausgleich und die Portugiesen drehten Anfang der zweiten Hälfte in Charkiw das Spiel komplett und führten mit 2:1. Jetzt war Deutschland plötzlich nur noch ein dänisches Tor vom Ausscheiden entfernt. Ein Tanz auf der Rasierklinge! Erst in der 80. Minute schaffte Lars Bender den erlösenden Führungstreffer, der alle Zweifel auf eine Viertelfinalteilnahme wegblies. Dem hatten die Dänen auch nix mehr entgegenzusetzen, so das man sich jetzt auf einen Vergleich mit Griechenland in Danzig freuen kann.
Die Wegfahrt vom Stadion war dann etwas chaotisch, da die Polizei zunächst alle Autobahnzubringer in die Innenstadt dicht machte und anschließend unser Busfahrer den Weg zum Hostel nicht mehr fand und sich durchfragen musste. Unserer guten Laune tat das keinen Abbruch, so das wir nach der Ankunft am Hostel in einer gegenüber liegenden Diskothek noch bis morgens um sieben feierten. Gott sei dank war am nächsten Tag Ausschlafen angesagt...

Tag 5 - Transfer nach Leba

Am fünften Tag tat sich verständlicher Weise nicht mehr viel - nachdem wir ausgiebig ausgeschlafen hatten war am späten Nachmittag Abfahrt nach Leba an der Ostsee. Auf dem Weg ließen wir in Warschau am Bahnhof noch vier Mitfahrer aussteigen, die von dort aus die Heimreise antraten. Über Nacht ging es weiter nach Leba, wo wir Dienstag morgen gegen acht Uhr am Hotel Wodnik ankamen.





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